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08.08.2022.1 User online   
         
 

Quappendorf seit 2007 Ortsteil von Neuhardenberg

Die geschichtsträchtigen Ortsteile Quappendorf und Neufeld von Neuhardenberg stehen durch die Namensgebung signifikant für die Geschichte der Trockenlegung des Oderbruchs. Das einstige Fischerdörf entwickelte sich zu einem Bauerndorf. Die weltweite Einzigartigkeit seines Namens verdankt dieses Dorf einem eigenwilligen Fisch, der selbst die Eiszeit überlebte: der "Quappe" (Lota lota).

Bilder über Quappendorf:

 

Mit dem Fahrrad oder zu Fuß (ca. 30min) führt, immer der Nase lang, der "Quappenwanderweg" entlang. Von Neuhardenberg in der Karl-Marx-Straße an der Touristeninformation, am Dorfmuseum "Alte Schule" und Friedhof vorbei, durch Bärwinkel*, und am Solarpark vorbei nach Quappendorf auf der Lindenstraße. In *Bärwinkel befindet sich das um 1800 erbaute "Molkenhaus". Es gilt als eines der frühesten Bauwerke des damals 20jährigen und späteren preußischen Oberbau-meisters Karl Friedrich Schinkel.

Durch Quappendorf schlängelt sich idyllisch die Alte Oder, die in den Quappendorfer-Kanal vor dem Ortsteil Neufeld mündet.
Durch Quappendorf auf der Lindenstrasse am Zollhaus und Kriegerdenkmal vorbei dann rechts abbiegend auf die Neutrebbiner Straße Richtung Neutrebbin kann auf der "Picknickwiese" in Neufeld in picknickmanier eine kleine Pause eingelegt werden. In Neutrebbin selbst ist das Denkmal des Friedrich II, die "Liebesinsel" und ein Kinderspielplatz genutzt werden. Dort ist auch das Speiseeis besonders sehr beliebt.

Kulturlandschaft ist Zeugnis menschlicher Evolution

Vieles hat sich in Quappendorf nach der "Wende" geändert, die Schule am Ortseingang ist jetzt das Gemeindehaus. Vier neue Familienhäuser kamen dazu. Hauptsächlich BerlinerInnen haben hier ein neues Zuhause gefunden.

  • Das Pumpenhaus zur Kanuverleihstation ausgebaut.
  • Die Zollhaussilhouette vor der Brücke zeugt über die Geschichte und Nachkommen des Zollnehmers, Familie Krüger, die immer noch auf dem von der Alten Oder umschlungenden Gehöft leben.
  • Der Milchschafhof Pimpinelle mit eine Milchschäferei und eine Schafskäserei von Amelie und Franziska Wetzlar.
  • Der neugestaltete Dorfplatz mit seinem Kriegerdenkmal als Mahnmal gegen Krieg.
  • Der nicht mehr betriebene Gasthof im Zentrum des Dorfes.
  • An der "Wendeschleife" der Konsum, von einem Berliner Ehepaar zum Wochenenddomizil umgebaut und
  • der "Quappenhof", ehemals "Vier-Seiten-Hof" aus dem 19. Jahrhundert mit seinem 41 Meter langen Schafstall, jetzt vom Verein „Kultur auf dem Lande e.V.“ zur gut besuchten Kultur- und Konzerstätte ausgebaut.
  • Die "Picknickwiese" im Ortsteil Neufeld

 

 

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Aufbegehren gegen Gemeindegebietsreform und CCS-Anwendung

Lange und bis zur letzten Konsequenz haben die Quappendorfer für die Eigenständigkeit gekämpft die sie unter Monarchien und Diktaturen behaupten konnten. Bekannt ist das Zitat von Bernhard v. Prittwitz (1770) in einen Brief an Friedrich des II gerichtet:

„Überhaupt sind die Quappendorfer in der ganzen Gegend, und den allen Menschen bekannt, dass sie nie dasjenige tun, was ihre Schuldigkeit ist.“

Erst 2007 wurden den Quappendorfern ihr Status der Selbstentscheidung entzogen. Das Bundesverfassungsgericht verweigerte die Anhörung der Klage gegen die umstrittene "Gemeindegebietsreform" Brandenburgs. Trotz eines offiziellen Bürgerentscheides (2001) wo 86,7% der Quappendorfer des 130 Seelendorfes, bei einer Beteiligung von 89% dagegen stimmten.

2006 erklärten die Quappendorfer, die in den Medien gerne als die "Gallier von Brandenburg" bezeichnet werden, den Innenminister Jörg Schönbohm, gewissermaßen der Vater der Gemeindegebietsreform, öffentlich zur „Persona non grata“.

Gegen das Vorhaben von Vattenfall und der Landesregierung die Endlagerung von CO2 im Oderbruch unter von Menschen bewohntem Gebiet mittels CCS-Technologie zu testen, konzentrierte sich der gerade gegründete Verein BruchKultur e.V. auf das Engagement für den Erhalt des Oderbruchs als Kulturlandschaft und dessen Umwelt. BruchKultur gründete erfolgreich die Bürgerinitiative "CO2-Bombe" mit und das Bündnis "Initiative Mahnwache Letschin" (IML) mit der Evangelischen Kirchengemeinde Letschin und dem Verein "Wir im Oderbruch" als Aktions- und Organisationsgruppe für die seit 2010 über vier Jahre regelmäßig stattfindende Mahnwache in Letschin. Eine Informationsplattform für die Bürger in den betroffenen Regionen über den Verlauf des CCS-Vorhabens. Ab 2018 ist dieses Vorhaben vorerst aufgegeben worden. BruchKultur organisierte auch die Wiedererichtung des Kriegerdenkmals als Mahnmal und Zollhauses. Sie wurden an der Quappendorfer Bevölkerung übergeben.

Die Festwiese für Osterfeuer und Dorffeste

Jeden Samstag vor Ostern ab 18Uhr zündet die "Freiwillige Feuerwehr Quappendorf“ das Osterfeuer auf der "Festwiese" an. Dieser alte heidnische Brauch wurde auch in DDR-Zeiten begangen. Vor dem Genuss des Osterwassers, das nämlich erst am kommenden Morgen vor Sonnenaufgang genossen werden darf, versammeln sich jedes Jahr die Quappendorfer und Quappendorferinnen, um diesem Spektakel beizuwohnen.

Bilder von der Festwiese:

 

 

 

 
 
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