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25.08.2019. Zur Zeit 1 User online

 

 

Unsere Projekte - verwurzelt in Geschichte und Kultur des Oderbruchs

Unsere bisherigen Projekte sind verwuzelt in Geschichte und Kultur des Oderbruchs und unseres Gründungsortes Neuhardenberg OT Quappendorf.

Kulturlandschaft ist Zeugnis menschlicher Evolution

Das Buch "Kultur braucht Orte" von Hildegard Vera Kaethner zeigt um Jahrhunderte alte Gutsanlagen, die heute zu den Kleinoden des Landes gehören. Durch das Vorhaben von Vattenfall und der Landesregierung im Oderbruch die Endlagerung von CO2 unter von Menschen bewohntem Gebiet zu testen, konzentrierte sich unser Engagement für den Erhalt des Oderbruchs als Kulturlandschaft und dessen Umwelt.

BruchKultur e.V. gründete das Bündnis
"Initiative Mahnwache Letschin" (IML) mit der Evangelischen Kirchengemeinde Letschin - und dem Verein "Wir im Oderbruch" als Aktions- und Organisationsgruppe für die seit 2010 über vier Jahre regelmäßig stattfindende Mahnwache in Letschin, als Informationsplattform für die Bürger in den betroffenen Regionen über den Verlauf des CCS-Vorhabens. Die abgeschlossenen Projekte "Kriegerdenkmal", "Dorfplatzgestaltung", und "Zollhaus" wurden der Quappendorfer Bevölkerung übergeben.

Unsere neuen Projektplanungen - Gestalltung der "Festwiese" in Quappendorf und "Picknickwiese" in Neufeld als Begegnungspflecken im Oderbruch - stehen im Zeichen unserer Vereinsidee.

Osterfeuer und Dorffeste in Quappendorf auf der Festwiese

Jeden Samstag vor Ostern ab 18Uhr zündet die „Quappendorfer Freiwillige Feuerwehr“ das Osterfeuer auf der „Quappendorfer Festwiese“ an. Dieser alte heidnische Brauch wurde sogar in DDR-Zeiten begangen. Vor dem Genuss des Osterwassers, das nämlich erst am kommenden Morgen vor Sonnenaufgang genossen werden darf, versammeln sich jedes Jahr die Einwohner und Schaulustige, um diesem Spektakel beizuwohnen.

Diashow links: Bilder von der Festwiese.

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Quappendorf

Der geschichtsträchtige Ortsteil Quappendorf und Neufeld von Neuhardenberg stehen durch die Namensgebung signifikant für die Geschichte des Oderbruchs.

Die weltweite Einzigartigkeit seines Namens verdankt dieses Dorf einem eigenwilligen Fisch, der selbst die Eiszeit überlebte: der Quappe (Lota lota). Bilder über Quappendorf:

 

Der Quappenwanderweg ist mit dem Fisch "Quappe", ausgeschildert und beginnt auch dort. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß wird er an Bärwinkel, wo sich das um 1800 erbaute "Molkenhaus" befindet, vorbeiführen. Es gilt als eines der frühesten Bauwerke des damals 20jährigen und späteren preußischen Oberbaumeisters Karl Friedrich Schinkel.

Der sich über 30 min erstreckende Quappenwanderweg führt am  Friedhof, einem Gedenkstein, an Bärwinkel vorbei bis zur Lindenstraße in Quappendorf, die vor dem  Bau des  Flugplatzes dieses  Dorf  mit  Neuhardenberg  verband. Durch Quappendorf schlängelt sich idyllisch die Alte Oder, die in den Quappendorfer-Kanal vor dem Ortsteil Neufeld mündet.
Durch Quappendorf auf der Lindenstrasse am Zollhaus und Kriegerdenkmal vorbei dann rechts abbiegend auf die Neutrebbiner Strasse Richtung Neutrebbin kann auf der "Picknickwiese" in Neufeld in picknickmanier eine kleine Pause eingelegt werden. In Neutrebbin selbst findet man das Denkmal des Friedrich II und die "Liebesinsel".

Vieles hat sich in Quappendorf geändert, die Schule am Ortseingang ist jetzt das Gemeindehaus, das Zollhaus vor der Brücke zeugt über die Geschichte und Nachkommen des Zollnehmers,  Familie Krüger, die immer noch auf dem von der Alten Oder umlaufenden Gehöft leben. Der nicht mehr betriebene Gasthof im Zentrum des Dorfes. Der Konsum, von einem Berliner Ehepaar zum Wochenenddomizil umgebaut und der "Quappenhof" (an der Wendeschleife), ehemals "Vier-Seiten-Hof" aus dem 19. Jahrhundert mit seinem 41 Meter langen Schafstall, jetzt vom Verein „Kultur auf dem Lande e.V.“ als Kulturstätte und Konzerten genutzt.  
Lange und bis zur letzten Konsequenz haben die Quappendorfer für die Eigenständigkeit gekämpft die sie unter Monarchien und Diktaturen behaupten konnten. Bekannt ist das Zitat von Bernhard v. Prittwitz (1770) in einen Brief an Friedrich des II gerichtet:

„Überhaupt sind die Quappendorfer in der ganzen Gegend, und den allen Menschen bekannt, dass sie nie dasjenige tun, was ihre Schuldigkeit ist.“

Erst unter "demokratischen Verhältnissen" wurde 2007 mit der Annahmeverweigerung der Klage gegen die umstrittene "Gemeindegebietsreform" Brandenburgs über die Zwangsfusion kleinerer Gemeinden vom Bundesverfassungsgericht, dem 130 Seelendorf, trotz eines offiziellen Bürgerentscheides (2001) wo 86,7% der Quappendorfer bei einer Beteiligung von 89% dagegen stimmten, die letzte Möglichkeit der Selbstentscheidung genommen.

2006 erklärten die Quappendorfer, die in den Medien gerne als die Gallier von Brandenburg bezeichnet werden, den Innenminister Jörg Schönbohm, gewissermaßen der Vater der Gemeindegebietsreform, öffentlich zur „Persona non grata“.

„Du hast das Schwert getrieben ins Herz der Demokratie
wie viele dir auch dabei geholfen haben,
es war stärker als das Joch der Monarchie.“

Die Chronik von Quappendorf zeigt, wie die Weltgeschichte diesen kleinen Ort überlief, Besitzverhältnisse geändert und Einfluss auf dessen Entwicklung genommen hat.
Sie enthält aber auch viele kleine Geschichten, die über das alltägliche Leben in dieser ruhigen Region, in welcher heute noch mancherorts die Zeit ein bißchen stehen geblieben scheint, berichten und Ihnen so die gastfreundlichen Menschen näher bringen.

Chronikauskunft bei Rolf Ignaz,
Fon: 033 476 - 60 70 20

 

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