Das Oderbruch - eine geschichtsträchtige Provinz, außerhalb des dominierenden Agglomerationsraums Berlins gelegen, 69 km lang und 6 bis 12 km breit, ist mit nur 2 bis 5 Metern über dem Meeresspiegel das am tiefsten gelegene Gebiet in der Mark Brandenburg an der polnischen Grenze. Es erstreckt sich von der Stadt Oderberg im Norden bis Lebus im Süden. Die Flussaue wird begrenzt von bis 100m höher gelegenen Flächen.
Bis ins 18. Jahrhundert wurde das Bruch regelmäßig zweimal im Jahr überflutet. Die fruchtbaren Flächen konnten nicht bewirtschaftet werden. Nur die höher gelegenen Orte, wie Oderberg, Bad Freienwalde, Wriezen, Seelow und Lebus boten den Menschen dann Schutz.
1747 ließ König Friedrich II schon früher ausgearbeitete Pläne zur Entwässerung des Oderbruchs verwirklichen. Die Oder erhielt ein neues, begradigtes Flussbett, 60km wurden eingedeicht und Sumpfgebiete trockengelegt. Geprägt von dem wasserwirtschaft-lichen System von Deichen, Gräben, Vorflutern, Schöpfwerken, Sielen, und Messpunkten, das die Entwässerung sichert, wurde aus sumpfiger Wildnis eines der fruchtbarsten Ackerbaugebiete. Noch Heute sind ab der Hochwasserstufe III für die Absicherung des Deichwachdienstes am Oderdeich, zwischen den Deichkilometern 0.0 bei Lebus und 77,1 in Hohensaaten 100 Deichläufer für den Katastrophenschutz nötig. Mindestens 200 Freiwillige müssen dafür gelistet sein, damit in solch einem Fall mitunter wochenlang, die Deich Gesandten, Schaden am Deich zur rechtzeitigen Behebung melden können. Um rascher auf Gefahrenlagen reagieren zu können, sind je nach Lage und Situation die Pegel Frankfurt, Kienitz und Hohensaaten richtungsweisend für das Auslösen der Arlarmstufen.

Das Oderbruch ist ein offener und historisch gewachsener Kulturraum, der als größter Deutschlands zu den einzigartigen Kulturlandschaften Europas gehört. Mit dem "im Frieden..." neu entstandenen Lebensraum haben die Oderbrücher über Generationen hinweg, immer wieder neue Menschen aufgenommen, sich kommunal selbst verwaltet und so eine konfliktfähige Kultur entwickelt. Damit stehen sie für die offene Zukunft des ländlichen Raums und können es so "Klein-Europa" nennen. (IKO)